Dienstag, Mai 31, 2005

„Meeting In Truth“, Zanko und Konsorten – Sie sind unter uns

Wieder einmal ein Sommertag, der auf keinen Fall als Sommertag durchgehen kann. Einfach nur grau, ja fast schwarz wirkt der Himmel. So in etwa kann, wenn man sich die öffentliche Meinung über das Land der Dichter und Denker ansieht, die seelische Verfassung so mancher Mitbürger beschrieben werden.

Ich stehe also unter diesem trüben Deckmantel aus Wolken an der Ampel und will nach meinem mentalen und physischen Aufbauprogramm, nennen wir es Joggen, nachhause. Dabei schweift mein ahnungsloser Blick auf die vielen privaten Sticker, Kleinstplakate und Wanted-Anschläge, die an der Ampel angebracht sind. Neben Wohnungsgesuchen, entlaufenden Hunden und Katzen schielt mich unvermittelt ein merkwürdiger Kerl von seinem Plakat an. ZANKO. Ich nähere mich also neugierig wie ich bin diesem durchbohrenden Blick und schiebe den Einen oder Anderen Zettel beiseite. Tatsächlich Zanko persönlich und er kommt nach Hamburg, so steht es da.
Meine Synapsen fangen an zu arbeiten, so das ich die erste Grünphase verpasse, dabei denke ich angestrengt: Wer in aller Welt ist Zanko? Was will mir das sagen? Warum nach Hamburg? Und warum sollen wir uns freuen, das er ENDLICH nach Hamburg kommt?
Habe ich irgendetwas nicht mitbekommen in der Informationsflut meiner Stadt? Stand etwa in der Prinz, im Veranstaltungskalender drin: „Heute, der Tagestipp- Zanko, endlich kommt er nach Hamburg“????
Ich widme mich also die kommenden drei Minuten intensiv dem Studium des Kleinplakats. Aber komme nicht weiter, außer mir seine Internetadresse zu merken: http://www.zanko.de/ .
Die nächste Grünphase ist meine. Im Trab geht es in die warme Stube.

Nach all den Dingen, die man so nach einem schönen Läufchen macht, setze ich mich, von meiner Neugierde getrieben, an den Rechner und tippe Zankos URL ein. Und siehe da, der Meister linst mich persönlich an, mal mit lange Haaren (er sieht irgendwie wie Jesus aus) mal mit korrekt kurz geschnittenen Haaren (man muss ja mit dem Zeitgeist gehen). Nach einem mehr oder minder langen Recherchetrip durch seine Website schalte ich den Rechner wieder aus und mache es mir auf dem Sofa gemütlich. Was alles in der Welt treibt die Menschen an, daran zu glauben, dass dieser Typ schon seit jungen Tagen ein Erleuchteter ist. Und die geben sogar Geld für diesen schrägen Typen aus, um ihn zu treffen Da ist meine Frage: Was sind das für Leute, die sich dafür interessieren und so etwas mitmachen? Haben wir nicht genug Abzocke? Oder reicht das nicht? Ich frage mich wirklich, wer geht zu solchen „Sitzungen“ mit dem vermeintlich Erleuchteten?
Aber halt, was ist da draußen los? Warum stehen seit heute so viele Autos mit außerstädtischen Kennzeichen vor unserem Gemeindezentrum? Ach ja, da war doch was. Ich habe es vorhin nur aus einem Augenwinkel registriert: „Meeting In Truth“ stand da auf kleinen Plakaten rings um das Zentrum angeschlagen. Und ganz klein konnte ich lesen „Isaac Shapiro“. Tja was soll ich sagen: Rechner an und recherchiert http://www.isaacshapiro.de/ gibt uns einen kleinen Eindruck von dem scheinbar so gewöhnlich lebenden Erleuchteten. Hier ist das Stichwort Satsang, was auch immer das für die Anhänger bedeuten mag, doch einst scheint sich zu bewahrheiten: die Seele ist unergründlich und führt uns oft auf sehr merkwürdige Wege.

So langsam glaube ich, Zanko ist nicht alleine!! Und nun?

Auf jeden Fall werde ich jetzt noch aufmerksamer an Ampel stehen.....
P.S.: Scheinbar haben die Erleuchteten eine wirklich innovative Form der Kommunikation gefunden, um ihre Jünger zu informieren: dezentrale Kommunikation über Ampeln - das gehört ab heute in jedes Komm.-Lexikon!!!!

1 Comments:

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Montag, Mai 20, 2013  

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