Montag, Mai 09, 2005

Lachen mit Gänsehaut und Bedenken

Eines vorweg: Georg Schramm, der ehemalige Bundeswehr Offizier und ehemals praktizierende Psychologe fängt da an, wo alle Politik endet, im Denken der Menschen!

Zynismus und maßlose Wut durchzogen das St.Pauli-Theater am vergangen Samstag (die fünf Tage davor auch schon – so hörte ich, denn der politische Kabarettist vom Bodensee gab seine böse und scharfe Meinung über unser System, im Rahmen des Kabarett-Festivals, zum Besten) und machten mich sprachlos.
Brilliant schlüpfte Schramm in die Rollen seiner Protagonisten. Er verstand es meisterlich innerhalb der messerscharf konzipierten Dialoge die Stimmen der unterschiedlichen Charaktere zu transportieren. Nur das Gelächter des Publikums unterbrach ihn bei seinen hieb- und stichfesten Attacken auf die Politiker, die Lobbyisten, die Ärzte und die vielen Anderen.

Seine Pointen hinterließen beim Publikum nur noch staunen über solch wortgewandtes Spiel mit der Sprache. Dabei zeigte sich ganz deutlich, dass Georg Schramm nicht mit den inflationär immer weiter in die Öffentlichkeit strebenden Comedians der heutigen Zeit zu vergleichen ist. Diese „Neckermänner“ des Witzes sind nicht nur meilenweit, nein sie sind Lichtjahre von der Rhetorik und Brillanz eines Georg Schramm entfernt.

Namen sind für den Kabarettisten unwichtig. Wichtig sind die Folgen der Politik, des Lobbyismus, der Einflussnahme auf unseren Staat, der Beschneidung unserer Freiheit und der Entdemokratisierung der Republik.
In zwei Stunden ging eine Konfrontation mit unserem jetzt und hier in der Kadenz einer Maschinengewehrsalve auf die Besucher des restlos ausverkauften Theaters nieder.
Ich verließ den Ort gegen 2230h grinsend, benommen, zweifelnd, aufgewühlt und etwas resigniert....

Wir brauchen mehr solche Schramms. Sie sollten noch öffentlicher auftreten. Es sollte nicht nur bei gelegentlichen Bühneauftritte oder Sendungen (Scheibenwischer) bleiben.......das heute hat absolute Relevanz, also bitte Pflichtprogramm für unsere gesamte Nation.

Unbedingt mehr davon

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

So war es. Der ultimative Kritiker.....

Montag, Mai 09, 2005  

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