Freitag, April 22, 2005

Der Weichspülgang für UN und die USA

Gestern war ich zu später Stunde mal wieder in einem dieser monströsen Filmpalästen – einem Multiplex. Nach gut zwei Stunden wusste ich, warum ich diese Filmhäuser so lange gemieden habe. Leider lief dort wieder nur einer dieser Filme, die zu sehr dem Hollywoodklischee entspringen.

Die Liste der Mitwirkenden an dem Werk von Sidney Pollack "Die Dolmetscherin" weckte in mir schon eine Reihe von Erwartungen. Zumal ich mich mit Freude an die „Drei Tage des Condors“ erinnerte. Damals erlebte ich Spannung, ein mehr oder weniger tiefgründigen Plot und tolle Schauspieler. Das versprach ich mir nun auch von der Dolmetscherin. So weit so gut. Der Plot war stimmig, die Schauspieler auch, doch leider schimmerte immer Hollywood, und damit auch die US-Sicht der Welt, mit durch.
Das zwei Welten im Mikrokosmos NY aufeinander prallten war über lange Züge wirklich gelungen inszeniert. Auch die beiden Hauptdarsteller Nicole Kidman und Sean Penn verkörperten die beiden Weltanschauungen in weiten Zügen bemerkenswert. Aber irgendwie viel die kritische Auseinandersetzung mit den USA doch nicht so aus, wie ich es mir erhofft hatte. Das Happy End, tja kurz gesagt: Der US Geheimdienst, in Gestalt von Sean Penn, hat es geschafft den behäbigen Koloss UN zu retten und das Komplott des zentralafrikanischen Präsidenten zu enttarnen und ihn somit vor den Völkergerichtshof zu stellen (Da war doch irgend etwas: ach ja, die USA erkennen den doch gar nicht an, richtig)

Fazit: Die USA werden es schon richten und die ganze Welt kann sich beruhigt zurücklehnen.