Donnerstag, April 28, 2005

Grenzenlose Freude

Ich habe es geschafft! Zwei der letzen Karten für den Meister des politischen Kabarett – Georg Schramm - darf ich mein nennen. Im Rahmen des 19. Hamburger Kabarett-Festivals legt er mit seiner neuen Kreation „Thomas Bernhard hätte geschossen“ los. Ich freue mich auf den Polemiker vor dem Herren...
Also aufgepasst ihr Politiker unserer Republik!!!!!!

Mehr in der kommenden Woche, oder vorab unter www.georg-schramm.de .

Montag, April 25, 2005

Ulk bis zur Schmerzgrenze

Ich strapaziere gerne mein Lachmuskeln, so versprach die neue Sendung „Hape trifft!“ am vergangen Samstag bei RTL eigentlich auch viel Amüsantes. Denn die Leitfigur des Urkomischen, unser Hape himself, hat eine neue Sendung.

Vorweg sei gleich eines gesagt: Sie hat nicht den Witz, den ich mir erhofft hatte. Eigentlich schade, da nur wenige in der selben Liga wie unser Hape spielen. So sind eigentlich nur Vicco von Bülow oder Dieter Krebs in der Lage, einen gepflegten Lacher mit viel Charme darzubieten.

Mal ehrlich, der Sender aus Köln versucht sich tatsächlich als die Hochburg des Frohsinns zu festigen. Da schreckt man tatsächlich nicht vor Peinlichkeiten zurück. So alberten die Studiogäste Jauch und Catterfeld auf Joga-Matten völlig unkontrolliert herum. Das hatte nun wirklich nichts komisches. Auch die rührend, armselige Promotour mit Herrn Jauch durch den Duisburger Zoo war eher etwas für das Kinderprogramm. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Studiogäste nur aus Cross-Promotion-Gesichtspunkten ausgesucht wurden, um die eigenen RTL-Sendungen und Schauspieler / Talente in den Focus zu rücken.
Lediglich der Auftritt des Hape Protagonisten Horst Schlämmer bei den Kieler-Wahlen hatte den gewohnten Hape-Touch. Alles andere war eher peinlich für den einst so tollen Spaßvogel. Ich erinnere nur an die Musikdarbietung und das ertönende „Hurz“ vor einem engagierten Musikpublikum in grauer Vorzeit, dat war was.....
Da beleibt nur zu hoffen, dass die Sendung schnell an Witz gewinnt oder aber schnellsten eingestellt wird.

Freitag, April 22, 2005

Patoro - cremiger Geschmack

Manchmal gibt es wirklich nichts feineres als sich mit einem leckeren Getränk und einer passenden Cigarre den Abend zu versüßen.
Neulich habe ich ein solchen Moment in vollen Zügen genossen. Ein Gläschen Sherry und dazu eine „Patoro“ Belicoso. Das Gute Stück habe ich in der Schweiz bestellt, nachdem ich von vielen Freunde und Bekannten, vor allem die Skiurlauber sind gemeint, gehört hatte, sie hätten eine phänomenale Cigarre (aus der Dom.Rep) im Urlaub geraucht.

Ich also, wie der geölte Blitz, hin zum Cigarrenhändler meines Vertauens, und dann der Schock.: der kannte die überhaupt nicht. Mein Weltbild brach schlagartig zusammen. Da half dann nur noch eins: Selbst schlau machen und die Recherche starten.
Das ging dann auch wirklich schnell. Unter http://www.patoro.com/ wurde ich fündig. Dort half mir eine Liste der Händler schnell weiter. Flugs habe ich per Web bestellt und ein Paar Tage später waren sie da.

Schon das Öffnen der Packung war ein Vergnügen. Der Duft und das Aussehen, die gesamte Haptik ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Den Cutter schon bereitgelegt ging ich zu Werke. Noch ein-zweimal an dem hervorragend verarbeiteten Kunstwerk gerochen und im nu war dieses prächtige Gerät entfacht. Ganz traditionell, mit einem großen Zedernholzspan.

Die ersten Züge genoss ich ganz ohne einen Schluck Sherry. Herrlich nussig und cremig, dass war mein erster Eindruck. Im Zugverhalten ausgezeichnet, ging diese Figurado so richtig über den Gaumen. Diese milde bis mittelstarke, handgerollte Cigarre ist wirklich toll und muss den Vergleich zu keiner Premiumcigarre scheuen. Verglichen mit einer „Opus X“ ist sie mir schon fast lieber.

Da bleibt einem nur noch zu wünschen, dass unsere Händler dieses Meisterwerk bald hier in ihre Regale bringen....

Der Weichspülgang für UN und die USA

Gestern war ich zu später Stunde mal wieder in einem dieser monströsen Filmpalästen – einem Multiplex. Nach gut zwei Stunden wusste ich, warum ich diese Filmhäuser so lange gemieden habe. Leider lief dort wieder nur einer dieser Filme, die zu sehr dem Hollywoodklischee entspringen.

Die Liste der Mitwirkenden an dem Werk von Sidney Pollack "Die Dolmetscherin" weckte in mir schon eine Reihe von Erwartungen. Zumal ich mich mit Freude an die „Drei Tage des Condors“ erinnerte. Damals erlebte ich Spannung, ein mehr oder weniger tiefgründigen Plot und tolle Schauspieler. Das versprach ich mir nun auch von der Dolmetscherin. So weit so gut. Der Plot war stimmig, die Schauspieler auch, doch leider schimmerte immer Hollywood, und damit auch die US-Sicht der Welt, mit durch.
Das zwei Welten im Mikrokosmos NY aufeinander prallten war über lange Züge wirklich gelungen inszeniert. Auch die beiden Hauptdarsteller Nicole Kidman und Sean Penn verkörperten die beiden Weltanschauungen in weiten Zügen bemerkenswert. Aber irgendwie viel die kritische Auseinandersetzung mit den USA doch nicht so aus, wie ich es mir erhofft hatte. Das Happy End, tja kurz gesagt: Der US Geheimdienst, in Gestalt von Sean Penn, hat es geschafft den behäbigen Koloss UN zu retten und das Komplott des zentralafrikanischen Präsidenten zu enttarnen und ihn somit vor den Völkergerichtshof zu stellen (Da war doch irgend etwas: ach ja, die USA erkennen den doch gar nicht an, richtig)

Fazit: Die USA werden es schon richten und die ganze Welt kann sich beruhigt zurücklehnen.

Mittwoch, April 20, 2005

Benedikt, oder was geht noch so ab?

Mal wieder ein geselligen Moment vor dem Fernseher verbringen, den zusammengefassten Neuigkeiten der Welt zuhören / sehen. So stelle ich mir das Nachrichtenprogramm am Morgen vor.
Doch heute wurde ich wieder einmal eines besseren belehrt. Grob geschätzt würde ich sagen ist in der Welt ist nichts anderes passiert, als die Papstwahl. Zumindest wenn man den Nachrichten trauen soll. Auch das ARD-Morgenmagazin hat kein anderes Thema mehr. Das nervt wirklich total. Die Medien stürzen sich wie die Aasgeier auf den Vatikan. Seriöse Nachrichtenradiosender (NDR-Info) führen Unmengen an Interviews, wirklich mit jedem der unserem neuen Papst in irgendeiner Form jemals begegnet ist (sein ehemaliger Doktorand aus Urzeiten). Da fehlt eigentlich nur noch das Interview mit dem Wachhund des Vatikans, der sicherlich auch noch neue Aspekte (wie riecht er etwa??) aus dem Leben des Herrn R. erzählen könnte.

Der absolute Wahnsinn, dieses unsere Mediensystem.....

Dienstag, April 19, 2005

Praktikantensender

Der Morgen ist der Teil des Tages, an dem viele Menschen eher wie muffige Druiden daher kommen, Momente in den jeder Außerirdische den Eindruck bekommen könnte, dass Spaß und Freude wahre Feindes des Menschen sind.
Und dann das grauenhafte Elend im Frühstücksfernsehen, nicht bei den Privaten, nein in der ARD (http://www.daserste.de/moma/). Je länger man dieses Format und ihre Protagonisten betrachtet, desto eher gewinne ich den Eindruck, es handelt sich hier um reinstes Schülerfernsehen. Schlechte Moderation, schlechte Übergänge, Fehlende Infografiken – die erst nach zig Sekunden eingeblendet werden – zusammenbrechende Sattelitenschaltungen und wirklich arg merkwürdige Moderationsübergänge. Ich glaube die Liste bei diesem, nennen wir es ruhig PRAKTIKANTENFORMAT sich beliebig fortsetzbar. Und was das Auge richtig anschwellen lässt ist die Lego-Kulisse, sind die denn aus den 80er Jahren nie herausgekommen!?
Und das Gegenstück, das ZDF-Frühstücksfernsehen, ja da ist irgendwie die Leichtigkeit zu spüren, mehr Professionalität und Esprit. Woran liegt das? Am Konzept, an der Kulisse, an den Moderatoren? Ok, abgesehen von dem Wetterfrosch der lieber ein Vogel ist stimmt da einfach mehr und es klappt vorallem.
Ich finde, die ARD-Verantwortlichen sollten sich mal mit denen in Berlin zusammensetzen und genau zuhören, wie die das so machen.

Bis dahin gilt, eine Woche entspannte Begleitung in den Arbeittag bei Kaffe und Brötchen und die andere Woche einfach nur Augen zu und durch...

Montag, April 18, 2005

Die Winde des Herrn Pruntzelschütz

Was so ein Sonntag doch für Blüten tragen kann, egal ob nun gleich zu sehen oder zu riechen.
Ja, richtig gelesen, riechen.
So ein Sonntag in einer Großstadt kann schon merkwürdige Dinge zum Vorschein bringen, die viele unserer Sinne anspricht. Also, wie gesagt, es war Sonntag, genauer gesagt der Abend. Das Restaurant ist brechend voll. Bei näherem hinsehen erkennt der geübte Zuschauer auch, dass es sich nicht um eine Imbissbude handelt, es ist schon etwas vornehmer – gehobenes Bürgertum eben. Es spielt sich in einem vornehmen Stadtteil der Elbmetropole mit dem See in der Mitte ab.

Zur Linken ein verliebt wirkendes Pärchen, rechts sitzt die vierköpfige Familie und unterhält sich über den gemeinsam verbrachten Sonntag. Und urplötzlich, so aus heiterem Himmel ist ein mittelstarkes Knattern in meiner näheren Umgebung zu vernehmen. Die genauso erstaunt schauenden Gäste blicken sich gegenseitig verwundert an. Noch passiert nichts ungewöhnliches, auf eine doch wirklich dreiste Ohrenattacke, die alle im Lokal versammelten noch nicht recht einzuordnen wissen.
Doch dann, oh je, die ersten Geruchsfetzen ziehen wie Schlechtwetterorkane erst am Tisch nebenan vorbei, um noch dufttragender über unseren Tisch hinweg zufegen.... Ruhe kehrt ein, Stoffservierten werden zum Schutz vor die Nase genommen, die Szenerie erinnert den geneigten Betrachter immer mehr an die Schlacht bei Verdun. Dann platz es aus der jungen Damen neben meinem Tisch heraus. Sie springt auf, wirft ihre Servierte weg, der Stuhl fällt um... Stille....Mit hochrotem Kopf geht auf die schweigende Masse im Lokal ein Wortorkan herab. 20 Sekunden, 30 Sekunden ja 40 Sekunden ohne Luft zu holen vergehen, ehe die doch wirklich zierlich wirkende Junge Frau mit den Worten schließt: „steht hier etwa eine Linde!“.
Mit jedem gesprochenen Wort ist der Geruch im Lokal untertäglicher geworden. Beschämtes Nicken kommt auf, gefolgt von tosendem Applaus. Doch was hat die Frau in den Sekunden über ihre Lippen gelassen, tja das habe ich mitgeschrieben:

Die Winde des Herrn Pruntzelschütz

Das war Herr Pruntz von Pruntzelschütz,
der saß auf seinem Rittersitz,
mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.
Die strichen, wo er ging und stand,
vom Hosenleder übers Land
und dröhnten wie Gewitter-
so konnte das der Ritter!

Zu Augsburg einst, auf dem Turnier,
bestieg er umgekehrt sein Tier,
den Kopf zum Pferdeschwanze
und stürmte ohne Lanze.
Doch kurz vor dem Zusammenprall-
Ein Donnerschlag, ein dumpfer Fall.
Herr Pruntzelschütz mit einem Furze
Den Gegner bracht’ zu Sturze.
Da scholl der Jubel von der Schanz.
Herr Pruntzelschütz erhielt den Kranz.
Der Kaiser grüßte lachend
Und rief: „Epochemachend!“

Ein Jahr darauf.
Herr Pruntzelschütz saß stolz auf seinem Rittersitz
Mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.

Da kam ein Bote, kreidebleich,
und meldete: „Der Feind im Reich!
Das Heer läuft um sein Leben!
Wir müssen uns ergeben!“
Flugs ritt Herr Pruntzelschütz heran
Und ließ aus der Retorte
Der Winde schlimmste Sorte.
Das dröhnte, donnerte und pfiff,
sodass der Feind die Flucht ergriff.
Da schrie das Volk und wollte,
dass er regieren sollte!
Herr Pruntz indes, todesmatt,
sprach: „Gott, der uns geholfen hat,
der möge mich bewahren.“

Darauf ließ er einen fahren.
Der letzte wars, der schwach entfloh,
drauf schloss für immer den Popo
Herr Pruntz, der frumbe Ritter.
Und alle fanden’s bitter.
Er ward begraben und verdarb.
Die Burg zerfiel,
doch wo er starb
steht heute eine Linde.
Da raunen noch die Winde.

(Die Halunkenpostille)

Das Goebbels-Experiment

Auf diesen Film habe ich seit der diesjährigen Berlinale-Vorführung ungeduldig gewartet. Nun endlich ist er in Hamburg in die Kinos gekommen. Doch leider nur in wenige, was wirklich schade ist, denn ich bin der Auffassung, diesen Dokumentarfilm sollte sich jeder ansehen.
Zu diesem Urteil bin jedoch erst nach dem heutigen Kinobesuch gekommen.
Wie gesagt heute Morgen 11h ein Kino in Hamburg, es sind kaum Leute gekommen – gerade mal ein knappes Dutzend – mehr nicht. Da frage ich mich, ob das an der Uhrzeit, dem Wetter oder an dem politisch-geschichtlichen Desinteresse unser Landsleute liegt.
Dabei sind doch die Lehren, die uns der humpelnde Doktor aus dem Rheinland (Rheydt) hinterlassen hat heute aktueller als je zuvor. Medien- und Pressepolitik, die Einflussnahme von Politik und Industrie in der Presselandschaft nehmen immer mehr zu. Da brauchen wir uns die auswüchse auf der anderen Seite des Atlantik nur ansehen. Da kann der Bundesbürger schon die Orientierung und die Meßlatte von Wahrheit und Lüge verlieren, die Amerikaner sind da keinen Deut besser dran.
Aber zurück zum Dokumentarfilm: Der Regisseur Dr. Lutz Hachmeister und Autor Michael Kloft zeigein durch die Machart, wie entlarvend die NS-Propaganda-Bilder zusammen mit den Tagebuchpassagen der Goebbels-Aufzeichungen, nüchtern, ja fast schon kühl gelesen von Udo Samel, wirken. An vielen Stellen kann man aus der heutigen Perspektive nur total verständnislos mit dem Kopf schütteln. Das die Menschen damals so sehr von den zwei Polen der aufkeimenden Ideologien eingenommen werden konnten, wurde durch die Doku sehr gut herausgearbeitet. Auch die weiteren Schaffensperioden und die damit einhergehenden Wandlungen des Dr. Goebbels konnte der Zuschauer sehr gut verfolgen.
Bei anderen Passagen glaube ich allerdings, dass es dringen notwendig ist begleitende Erklärungen einzufügen oder aber auf andere Weise den Zuschauer inhaltlich nicht alleine zu lassen. D.h. ohne umfangreiche Grundkenntnisse zum Thema Goebbels ist der Film an vielen Stellen nicht zu verstehen.
Damit meine ich jetzt nicht, dass der potentielle Kinobesucher die Goebbelstagebücher gelesen haben muss, aber Vorkenntnisse seiner Biographie wären absolut hilfreich. Ansonsten können die Bilder an einigen stellen von Zeitgenossen falsch verstanden werden.
Aber trotz dieser Einschränkungen hoffe ich sehr, dass diesen Film viele ansehen werden, es lohnt sich.

Die USA sind fest in Hand der Regierungs-PR-Maschine /Schmieren und Schwindeln

Guten Morgen da draußen,

es ist doch wirklich der helle Wahnsinn, wenn man sich so die Nachrichten über die USA ansieht. Das doch scheinbar so freie Volk ist in fester hand der Spindoctors, oder anders herum: PR wird hier schamlos mit Bestechung und Lügen verbunden. Der Spiegel hat dazu gestern einen äußerst entlarvenden Artikel unter der Überschrift "Mundgerechte Propaganda-Filme" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,351487,00.html auf seiner Website veröffentlicht.
Scheinbar setzen die US-Journalisten überhaupt nicht mehr auf ihre doch so hoch gelobten Instinkte eines kritischen Journalismus. Es ist doch wirklich nicht zu glauben, dass die dort scheinbar die einen oder anderen TV-Sender vollkommen unkritisch irgendwelches Filmmaterial (das von der US-Regierung als EPK geliefert) als Nachrichtensendungen ausgeben.
Unglaublich!!!!
Laut dem Artikel hat sich die US-Regierung dazu Schauspieler ausgesucht, die Journalisten mimen um dann vorgespielte Interviewsituationen vorzugaukeln. das ist ja an sich noch nicht so wirklich verwerflich. doch nun der Hammer: die haben das dann tatsächlich als nachrichtenmaterial an die Sender geschickt, und die haben das ohne Prüfung übernommen!!!!!! In der PR kann man sich eigentlich nicht anderes wünschen.

Irgendwie gewinne ich den Eindruck, die US-Journalisten (oder die Leitungen der TV-Sender) unterliegen einem Dornröschenschlaf. merken die denn gar nichts!?
Abhilfe soll jetzt eine Verschärfung der gesetzt bringen.... aber auch nur um direkte Zahlungen an die Redakteure zu verhindern...
Da bin ich mal auf das Echo gespannt....